Projekte
 
 
  Vom Silberwald zum Silbersee
  Dokumentarfilm in Entwicklung, 90 Minuten

Buch und Regie: Dominik Wessely
Produzenten: Zoran Solomun und Lorenz Haarmann
Gefördert durch: FFA

Der Autor
zum Film
Die Nachkriegsgeschichte des deutschen Films bewegt sich auf zwei völlig unterschiedlichen Bahnen: Einerseits der sogenannte Neue Deutsche Film mit seinen international renommierten Autoren wie Fassbinder, Herzog, Kluge, Schlöndorff und Wenders. Anderseits die trivialen Filme, die ausserhalb Deutschlands kaum Beachtung fanden, zuhause aber Millionen in die Kinos lockten.

Mein Film wird der Versuch, dieses einfache Bild zu relativieren.

Unter dem Titel „Gegenschuss – Aufbruch der Filmemacher“ habe ich vor einiger Zeit ein Portrait „der Renommierten“ gemacht. Dieser Film soll nun die andere Seite zeigen.

Ich behaupte: Was „die Trivialen“ ganz grundsätzlich von den Protagonisten des Neuen Deutschen Films unterscheidet, ist die hemmungslose Bereitschaft die eigenen Geschichten mythologisch aufzuladen: Vom Schwarzwaldmädel über Sissi bis zu Winnetou – im deutschen Trivialkino der 50er und 60er Jahre geht es fast immer um die ganz großen Themen: Schuld und Sühne, Rettung und Vergebung. So werden die Ängste und Hoffnungen der Deutschen jener Zeit reflektiert. Darauf wird sich mein Film fokusieren.

Den Rahmen bildet die Entdeckung des Films Das Dorf in der Heide, in der Regie von Hans Müller-Westernhagen. Die Produktionsfirma ging pleite, der Film wurde nie geschnitten. Dieser Film soll nun von Filmstudenten rekonstruiert werden. Und diese Herausforderung bildet eine dokumentarische Rahmenhandlung mit durchaus dramatischen Fragestellungen: Wird den Studenten die Rekonstruktion gelingen? Wird Das Dorf in der Heide auferstehen und das Licht der Leinwand erblicken?

Dennoch wird dieser Teil nur der erzählerische Rahmen, der Ausgangspunkt für eine Archäologie des deutschen Trivialkinos.